20. April 2008 von Baumbeleidigung (13 Posts)108 mal gelesen
Immer mehr Deutsche hinterlassen im Internet Spuren aus ihrem Privatleben. Das Problem dabei: Für Unternehmen ist es mittlerweile zur Routine geworden, die Seriosität eines Bewerbers online zu checken – also mit der Eingabe des Namens in Suchmaschinen nach Fundstellen im Internet zu suchen. Vermieter machen das genauso; und so manche romantische Beziehung beginnt mittlerweile erst, wenn der Romeo oder die Julia eine unbedenkliche Online-Identität aufweist. Wer etwa nach einer durchzechten Nacht im Web gelandet ist, dem wird vermutlich noch schwindlig werden, wenn der Rausch schon längst vorbei ist. Denn die peinlichen Einträge sind für jeden sichtbar, lassen sich abspeichern, ausdrucken oder per E-Mail verschicken.
Die viel größere Hürde: Selbst wenn Einträge auf Internetseiten verschwinden, sind sie immer noch im Internet vorhanden. Denn die großen Suchmaschinenbetreiber wie Google lagern die früheren Fundstellen in einem eigenen Pufferspeicher, dem sogenannten Cache. Dass Fundstellen dort verschwinden, muss wiederum gesondert bei den Suchmaschinenbetreibern veranlasst werden.
Das Internet vergisst nie. Zum Beispiel lassen sich mehr als 85 Milliarden gespeicherte Webseiten durchsuchen, auch längst gelöschte.
Eine SPD-Kandidatin aus Neustadt (Ostholstein) beispielsweise ist vor der Kommunalwahl wegen offenherziger Fotos auf ihrer Homepage von der eigenen Partei unter Druck gesetzt worden. Die Boutiquebesitzerin vertreibt ihre Mode auch über das Internet – und stellt sie dort selber vor. Offenbar findet die SPD-Führung jedoch 50-Jährige Damen nackt im Netz nicht erotisch und drängte die FKK-Komunalparlamentarierin ihr Mandat im schleswig-holsteinischen Neustadt zurückzuziehen. Sie hätte sich vorher entscheiden müssen, ob Sie Politikerin oder Akt-Model werden wollte….
Die einen schreiben höchstpersönliche Dinge in Onlinetagebüchern, sogenannten Blogs, andere veröffentlichen ihr Profil mit Lebenslauf und Foto in elektronischen Kontaktbörsen oder diskutieren leidenschaftlich in Internetforen zu Themen wie Politik, Kindererziehung und Liebe, Lust und Leidenschaft. Manche geraten auch nur deshalb ins Internet, weil Freunde – oder Feinde – etwas ohne ihr Wissen über sie veröffentlicht haben, Fotos zum Beispiel. Wer einen alten Schulfreund oder eine neue Online-Bekanntschaft suchen möchte, kann das ausgehend vom Namen, Spitznamen oder Angaben aus anderen Profilen tun. Auch kann man direkt nach Menschen aus der eigenen Stadt suchen, die ähnliche Hobbys haben oder gleich alt sind.
Leute-Suchmaschinen sind derzeit der letzte Schrei in Europa. Eine Art Wikipedia für Menschen und die harmloseste Variante der hier aufgezählten Suchmaschinen. Mit Wink, Spock und Co. dürfte es demnächst noch schneller auf die Suche gehen.
Sehr seriös und meistens ein wenig langweilig – so präsentieren sich Banken in aller Welt. Genau das Gegenteil macht jedoch die russische Expobank. In einem Kalender für das laufende Jahr ließ der Chef weibliche Angestellte halb nackt abbilden. Das fertige Produkt bekamen ausgewählte Geschäftpartner geschenkt. Lediglich Mitarbeiterinnen zwischen 22 und 33 Jahren posierten für den offiziellen Firmenkalender. Es ist im modernen Russland keine Seltenheit, dass sich Frauen für ihren Betrieb nur leicht bekleidet fotografieren lassen. Auf Kopfschütteln stößt der Kalender der Expobank allerdings in der westlichen Finanzwelt, in der regelmäßig wegen Diskriminierung und Sexismus geklagt wird.
Bei Fotos oder Videos gilt allerdings: Jeder hat ein Recht am eigenen Bild und darf selbst entscheiden, ob und wann ein von ihm gefertigtes Foto oder Video im Internet veröffentlicht wird. Und selbst wenn man von nachteiligen Einträgen für den eigenen guten Ruf erfährt, lassen sie sich nicht so einfach löschen, denn eine Löschtaste wie für Dateien auf dem heimischen Computer gibt es im Netz nicht. „Die Nutzer sollten schon beim Surfen mehr auf den Schutz ihrer Privatsphäre im Internet achten und lieber mal anonym bleiben, etwa mit Phantasienamen oder unverfänglichen E-Mail-Adressen.“
Seit fast zehn Jahren musiziert der “Naked Cowboy” am Times Square in New York. Fast jeden Tag, bei Wind und Wetter steht Robert Burck mit seiner weißen Gitarre am Times Square in New York. Bekleidet ist er nur mit einem Cowboyhut, Cowboystiefeln und einer weißen Unterhose, auf deren Rückseite der Schriftzug “Get Naked” prankt. Unzählige Magazine und Reiseführer druckten sein Bild, er trat bereits in mehreren Fernsehshows wie “American Idol” auf, dem amerikanischen Vorbild von “Deutschland sucht den Superstar”. Sogar als Klingelton fürs Handy ist seine Musik zu haben.
Sollen selbst verfasste Spuren verschwinden, etwa Kommentare in Diskussionsforen, so ist das grundsätzlich keine Schwierigkeit. Der Verfasser kann sich auf seine „gewandelte Überzeugung“ stützen. Ob ein unerwünschter Eintrag gelöscht wird, hängt allerdings vielfach vom guten Willen des Betreibers ab. Der Grund: Das Grundrecht der freien Meinungsäußerung gilt natürlich auch im Internet. Rechtlich durchsetzbar ist das Entfernen nämlich nur dann, wenn unwahre Behauptungen oder Beleidigungen verbreitet wurden.
Na dann… Auf in ein neues berufliches Umfeld! Und möglicherweise einer Neuauflage des Westaflex Akt-Kalendars.













Bring die Sache ins Rollen, und füll das untere Formular aus.