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7. Oktober 2008 von marketing_student (47 Posts)
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Die Bayern fühlen sich als Kinder des Staates – im Wirtshaus und auf der Wiesn was in Bayern “a Gaudi” heißt. Das Dirndl, das weibliche Pendant zu Janker und Lederhose, hat in den letzten Wetten-dass-Sendung erneut von sich reden gemacht. Nicht weil Salma Hayek es nicht tragen könnte! Nein, sie hat bewiesen (Sakra, ist das ein Weibsbild!), dass sie genügend “Holz vor der Hütte hat”, wie man anerkennend die hochgeschnürten Weichteile nennt, die dem Gesetz “Mehr scheinen als sein” gehorchen, weil man sie in eine Lage pressen kann, die dem Betrachter ins Auge springt. Beim Münchner Bierfest, vom Oktoberfest über die Auer Dult, den Nockherberg und bei den Salzburger Festspielen, verbindet das Dirndl Arm und Reich, Jung und Alt, die Servierkellnerin wie alteinsässige Gräfinnen! Und so könnte es eng werden. Mal schauen, was hinten rauskommt, wenn die Frau oben nix rauspresst!

Vom Trachtenkleid über den Dienstanzug bis zum Designerfummel: Das Dirndl ist ein Folklore-Ausläufer einer Barock-Angelegenheit, die gegen die Vergänglichkeit allen Fleisches anschwellt, protzt und trotzt. Das Dirndl ist eine der Stützen der Gesellschaft, in seinem gedrängten Spalt liegt gern das Kreuz oder wahlweise ein Herz aus Silber, das durch seine fast waagrechte Lage das Ansehen der Trägerin erhöht. Das Dirndl ist heute das Werk des Maßschneiders der Haute Couture, wie seine Trägerin das Aushängeschild des Schönheitschirurgen werden kann. Es zeigt die Halbkugeln, die die bayerische Welt tragen. Großglockner heißt die Zugspitze im österreichischen Nachbarland….

“Ich kann meine Eltern nicht leiden: Vater Staat und Mutter Natur!” Dieser widerborstige Spruch stammt vom Dichter Günter Eich. Und so einen Satz kann eigentlich nur einer gesagt haben, der Papa und Mama “im Grunde seines Herzens” lieb hat, den sie aber nerven, wenn sie ihm ihre Autorität unmissverständlich, notfalls mit dem Rohrstock, beweisen. Irgendwann jedenfalls glaubt man, dass man selbst erwachsen genug wäre, um selber zu entscheiden, was man isst, trinkt und treibt. Der Almdudler dagegen ist ein Getränk.

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 7. Oktober 2008 um 17:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter Regionales abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 
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