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3. Januar 2010 von ScottFairbanks (11 Posts)
177 mal gelesen

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Staatsanwälte wissen es schon lange: Wer der Spur des Geldes folgt, kann zu überraschenden Erkenntnissen kommen. Finanzielle Transaktionen im Umfeld einer Straftat zeigen oft verborgene Zusammenhänge auf. Ob bei der Busfahrt ins Nachbardorf oder der Reise in eine ferne Stadt: Laufend wechseln Banknoten den Besitzer. Wer ihren Weg verfolgt, kann bisher unbekannte Grenzen aufspüren: etwa bei der Analyse sozialer Netzwerke und der Verbreitung neuer Ideen – von gewachsenem Umweltbewusstsein bis zum Gedankengut von Terrornetzwerken.

Allerdings nicht nur im Dienste der Kriminalistik, sondern auch um herauszufinden, wo sich Menschen bewegen und miteinander austauschen – und wo unsichtbare Grenzen sie voneinander trennen. Die Ergebnisse können helfen zu verstehen, wie sich beispielsweise Dialekte, kulturelle Eigenheiten und ansteckende Krankheiten ausbreiten. Um die Reisebewegungen von Menschen aufzuspüren, müsste man nämlich eigentlich die Passagierzahlen aller Verkehrsmittel auswerten: Autos, Busse, Bahnen und Flugzeuge – eine Sisyphusarbeit. Die Analysten verfolgen daher (lieber) die Geldscheine, die die Reisenden im Portemonnaie haben. Drei von vier Reisen enden nach spätestens 50 Kilometern…. weil aber das europäische Geldverfolgungsportal nur eine schwache Datenbasis liefert, setzen die Fahnder inzwischen auf die Reisedaten einer populären GPS-gestützten Schnitzeljagd.

Der Spur des Geldes zu folgen ist in den USA besonders einfach. Auf einer Internetseite können Freiwillige seit zehn Jahren eingeben, wann und wo ihnen eine markierte Dollar-Note untergekommen ist. Mittlerweile sind insgesamt 100 Millionen Geldscheine erfasst, das entspricht 0,06 Prozent des zirkulierenden US-Geldes. Aus ihren Reisebewegungen lässt sich errechnen, wo es regen Personenverkehr gibt und zwischen welchen Regionen nicht.

Ein Teil der ermittelten Grenzen deckt sich mit geografischen Barrieren wie den Appalachen oder dem Mississippi. Dagegen stimmen sie mit den Grenzen der Bundesstaaten nicht immer überein. Anderswo sind mehrere Staaten regelrecht verschmolzen. Der gesamte Südwesten etwa gehört de facto zum Einzugsbereich von Los Angeles. Die teils überraschenden Grenzen könnten unter anderem durch fehlende Verkehrsverbindungen oder Sprachbarrieren zustande kommen. Auch soziale Barrieren zwischen reichen Städten und armen Umlandregionen kommen infrage.

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 3. Januar 2010 um 10:29 Uhr veröffentlicht und wurde unter Buntes abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 
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