18. Februar 2008 von DonVanSteenkiste (5 Posts)103 mal gelesen
Einst war Latein die Lingua franca, aber nur in Europa und in Nordafrika. Noch nie seit Beginn der Geschichtsschreibung war eine Sprache so weit verbreitet wie English heute. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Englisch ist nicht nur die Sprache von Microsoft, Google und Vodafone, es ist auch die Sprache, in der Chinesen mit Brasilianern und Deutsche mit Indonesiern kommunizieren. Nur deswegen kann in aller Unschuld der Satz über die Lippen kommen, Fremdsprachenkenntnisse bauen Brücken. Es geht um die Rettung des Englischen.
Die Europäer sollten die sprachliche Vielfalt ihres Kontinents nicht als Last, sondern als Reichtum begreifen und mindestens eine „persönliche Adoptionssprache“ als „zweite Muttersprache“ lernen. Niemand kann genau sagen, wie viele Menschen weltweit Englisch lernen. Das britische Kultur-Institut British Council geht davon aus, dass in 10 bis 15 Jahren wohl rund zwei Milliarden Menschen Englisch lernen werden. Die Europäer sollten darüber nachdenken, ob sie statt Lettisch oder Slowenisch lieber Arabisch, Kisuaheli oder Mandarin adoptieren. Und das Englische kann sich endlich erholen! Unter den Englisch sprechenden Menschen gibt es heute dreimal so viele Nichtmuttersprachler wie Muttersprachler. Letzteren fällt es häufig schwer, sich in internationaler Runde so auszudrücken, dass sie verstanden werden. Viele denken, sie müssten lange Wörter vermeiden. Dabei liegt es oft an ihren umgangssprachlichen oder bildhaften Sprache, dass sie nicht verstanden werden. Durch die moderne Kommunikation über Fernsehen, Film und Internet wird sich die Welt wohl ein Englisch bewahren, das in weiten Teilen der Erde verstanden wird. Die Frage ist nur: Wessen Englisch wird das sein?
Natürlich haben Befürworter der englischen Standardgrammatik nach wie vor großen Einfluss. Forscher und Wissenschaftler, die ihre Arbeit in internationalen Fachpublikationen veröffentlichen möchten, müssen sich an die Regeln halten. Muttersprachler, die in internationalen Organisationen arbeiten, berichten jedoch häufig, dass sich ihre Sprache verändert. Es handelt sich um einen natürlichen Anpassungsprozess, der mit der Zeit zu einer neuen Standardform führen könnte. Vielleicht halten diese Anpassungen letztlich auch in der Schriftsprache Einzug. Muttersprachler mögen dann bei so manchem zusammenzucken.













Wenn sich bei Airbus ein junger Mann zum Fluggerätemechaniker ausbilden lässt, dann wird er im Bereich “Young People Development” bereitet. Der personalleiter heißt heute “Human Ressources” und der Hausmeister steigt auf zum “Facility Manager”. Doch viele Deutsche verstehen nur Bahnhof, wenn sie solche Stellenanzeigen in der Zeitung lesen.
Eine Lanze weniger für Customer Relationship – “Gütersloh Welcome Center”. Na dann: Herzlich willkommen!