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3. März 2010 von Landeshauptmann (28 Posts)
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Wir wollten Wein einkaufen und gingen in ein neues Geschäft in der Innnenstadt, weil uns ein Versandhaus einen Gutschein geschickt hatte – einzulösen in Bielefeld. Anfangs verlief die Sache sehr harmonisch. Meine Frau und ich kippten locker ein paar Proben. Gute Sachen dabei. Ich ließ mich zu mehreren Bestellungen hinreißen. Dann bat ich meine Frau um den Gutschein.

Sie reichte mir ein Papier. Es war leider nur das Anschreiben des Versandhauses. Ich nahm noch einen ordentlichen Schluck Wein, und dann kam es zu dieser Art Dialog, den alle Ehemänner der Welt wahrscheinlich schon unzählige Male erdulden mussten:

Ich, höflich: „Dies ist nur das Anschreiben. Dabei lag ein Gutschein.“

Sie, schon gleich verstimmt: „Du hast mir nur dieses Ding gegeben.“

„Ich gab dir den gesamten Brief.“

„Willst du hier jetzt rumstreiten?“

„Ich will nicht streiten. Ich hätte nur gern den Gutschein.“

„Nimm doch deine Sachen nächstes Mal selber mit.“

„Es ist unser Wein. Der Gutschein ist also auch deine Sache.“

„Lass’ mich in Ruhe mit deinem blöden Gutschein. Ich gehe nie wieder mit dir Wein einkaufen.“

Die Verkäuferin zog ganz leicht die Augenbraue hoch. Vielleicht dachte sie, meine Frau und ich wären nach den paar Schluck Wein schon angeschlagen und fürchtete, wir würden jetzt einen veritablen Ehekrach hinlegen. Aber dann backte ich – wie immer – souverän die kleinen Brötchen: „Macht ja nichts. So ein Gutschein wird nicht schlecht. Wir lösen ihn beim nächsten Mal ein.“

Am Abend dieses Tages lag ich erschöpft vor dem Fernsehgerät. Es lief ein Western. Ich war allein im Zimmer. Meine Frau kann Western nichts abgewinnen. Auf der Mattscheibe war Kevin Costner der Held. Er hatte einen unmöglichen Hut auf aber trotzdem das Herz einer Frau erobert. Costner ritt in die Abendsonne. Sie kam noch ein Stück mit, was natürlich ein Unding ist. Nur der Held reitet in die Abendsonne und zwar immer allein. Er schickte sie zurück nach Hause. Sie ging nicht gleich. Da schaute sie Costner lange an und sagte: „Wie soll das mit uns funktionieren, wenn du nicht tust, was ich sage.“

Ich wünschte mir, Kevin Costner würde mal mit meiner Frau Wein einkaufen gehen könnte.

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Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 3. März 2010 um 09:04 Uhr veröffentlicht und wurde unter Regionales abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 
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