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15. November 2009 von ZuszannaBecker (13 Posts)
239 mal gelesen

(Ø 3,44)9 Stimme(n)

Tatsächlich habe ich ein Faible für Prospekte, in denen „Vorher-Nachher“-Fotos abgebildet sind. Sie wissen: Links eine Frau mit schwarzen, fettigen Haaren und flusenübersäter, dunkelbeiger Acrylweste, rechts eine gertenschlanke Blondine, ganz in Schwarz, topgeschminkt im Fotostudio. Angeblich dieselbe Person. Minus acht Kilogramm, minus 82 Zentimeter. Und das in nur drei Monaten. Angeblich.

Oder: Links eine unscharfe, ausgebleichte Abbildung einer Dame im höchst unvorteilhaften, karierten Zweiteiler, rechts ein um 24 Kilogramm und 178 Zentimeter Körperumfang abgemagertes, aber braun gebranntes, glücklich lächelndes Wesen. Die äußerlichen Ähnlichkeiten? Marginal. Das Studium der „Vorher-Nachher“-Fotos amüsiert, jenes der Texte ebenso: „Vielen Dank Frau Grins! Sie zeigen unseren Leserinnen, dass man mit 47 Jahren einen TOP herzeigbaren Körper haben kann! Gratulation!“ Ich bin noch nicht 47 wie Frau Grins, aber ich würde auch gern einen TOP herzeigbaren Körper haben. Also: auch abnehmen. Aber nicht mit „professionellen Fettkillergeräten“, „Aktivsauerstoffbehandlungen“ oder „Vakuum-Rollmassagen“. Einfach weniger essen. Ich verzichte etwa, beim Zahlen in der Tankstelle den obligaten Schokomüsliriegel zu erwerben und diesen bereits auf dem kurzen Fußweg zurück ins Automobil zu verschlingen.

Ich trinke nicht süßes, mit Kalamansi-Mandarine versetztes Mineralwasser, das mich angeblich in Balance hält, sondern koche mir Tees. Ich diszipliniere mich dahingehend, dass ich bei mitternächtlicher Heimkunft die im Regal lagernden, flehentlich „Öffne mich!“, „Iss mich!“ schreienden Fischkonserven und Brotreserven nicht anrühre. Ich ersetze die Trockenfrüchte und kandierten Ananasstücke, die den Heißhunger auf Schokolade reduzieren sollten, aber stattdessen einen Heißhunger auf Trockenfrüchte und kandierte Ananasstücke provoziert haben, durch frisches Obst.

Ich bemühe mich redlich, doch die Kilos purzeln nicht wie in den Prospekten. Minus ein Kilogramm in fünf Monaten. Zentimeter? Nicht messbar. Für „Vorher-Nachher“-Fotos würde ich sicher nicht taugen.

Liegt es an den zwischenzeitlich freudig konsumierten Erdnusslocken (die waren aber „bio“ und mit Meersalz versehen!), am noch unterentwickelten Maßhalten am „All you can eat“-Buffet beim Asiaten? Am Nicht-nein-sagen-Können, wenn irgendwo eine Panna cotta aufgetischt wird?

Ich mag weder verfilzte Westen noch Fettkillergeräte.

Was tun, Frau Grins?

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 15. November 2009 um 15:45 Uhr veröffentlicht und wurde unter Buntes abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 
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