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31. Juli 2009 von Potter-Petze (15 Posts)
145 mal gelesen

(Ø 3,86)21 Stimme(n)

Ich wollte ja eigentlich eine neue Küche. Nicht, dass es die alte nicht mehr getan hätte. Im Grunde funktioniert sie tadellos. Aber sie hat mir von Anfang an nicht so recht gefallen. War etwas zu bieder, hatte keinen Pepp. Und keinen Schnickschnack, der das Kochen so lustig macht.

Gut, ich koche nicht oft. Aber wenn, dann am besten in einem Umfeld, wie es die Fernsehköche haben.

Aus der Küche wurde nichts. Zuerst war eine neue Heizung dran. Dann trat ein Zahnarzt in mein Leben, der mir mittlerweile ebenso lieb wie teuer geworden ist. Und damit ich in Zukunft das beißen kann, was aus einer Küche kommt, muss ich mit der alten auskommen.

Ein, zwei Geräte ausgetauscht, mehr war einfach nicht mehr drin.

Nun ist es ja so, dass neue Geräte mit blitzblanken Oberflächen so überhaupt nicht in eine Küche mit fleckiger Arbeitsplatte, stumpfem Waschbecken, ölverklebtem Dunstabzug und leichtem Schimmel in den Kachelfugen passen.

Rettung nahte: Im hintersten Winkel der Speisekammer fand ich eine Plastikflasche mit Sicherheitsverschluss. Als der endlich geöffnet war, trat beißender Geruch aus, bekannt aus überheizten Hallenbädern: Chlor!

Zuerst kam die Arbeitsplatte an die Reihe: Wow, das Mittel fräste die unschönen Flecken mir-nichts-dir-nichts vom Resopal. Einmal nachgewischt, fertig.

Als Nächstes die Abwasch. Glänzendes, von allen Wasserflecken befreites Alu, so weit der Blick reichte. Der, ich muss es zugeben, mittlerweile leicht glasige Blick. Und das Atmen fiel schon etwas schwer. Und die Familie hatte fluchtartig das gemeinsame Domizil verlassen.

Aber die Flasche war noch halb voll. Und der Eifer ungebremst.

Der Dunstabzug war eine wahre Herausforderung. Aber selbst die härtesten Fettreste gaben den Widerstand auf. Wie langsam die Bronchien.

Dann der Teppich. Auch der entkam dem Chlor nicht. Schaute auch anfangs ganz gut aus, hartnäckigster Schmutz löste sich auf. Der Teppich auch.

Damit nicht genug: Fliesen, Böden, Möbel, Armaturen, Heizkörper, Türschnallen, Fenstergriffe – wer einmal im Putzrausch ist, kommt so schnell nicht mehr heraus. Schließlich noch die Terrasse, Bodenfliese für Bodenfliese. 112 Stück. Jahrzehntelang lagerte auf ihnen ein widerspenstiger Schmutzfilm. Der war plötzlich weg.

Ich auch.

Das war vor einem Jahr, langsam erhole ich mich wieder.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 31. Juli 2009 um 15:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter Regionales abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 
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