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24. Februar 2009 von MischenPossible (10 Posts)
130 mal gelesen

(Ø 3,90)10 Stimme(n)

Alle Männer wären gerne Helden, mutig und verwegen, frei und stark: Born to be wild.

Buben spielen mit der Eisenbahn, Mädchen mit Puppen. Dieser Satz ist aus vielen Gründen Geschichte. Männer spielen mit der Eisenbahn. Keine Dementi. „Eisenbahn? Männer bleiben Kinder, ein Leben lang. Wollen spielen, raufen, um die Wette rennen, Zoten reißen: Born to be Child.

Persönlich bin ich jedoch abergläubisch. Ein bisschen zumindest. So in der Art: In steter Regelmäßigkeit die persönlichen Glückszahlen im Lotto zu spielen. Hat bislang schon geholfen. Und in der Walburgisnacht hängt keine feuchte Wäsche in der Wohnung. Warum? Ich will ja nicht schuld sein, falls sich ein Unglück in der Familie ereignen sollte.

Das Platznehmen auf dem Sitz Nummer 13 im Kino bereitet mir keinerlei Unbehagen. Eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt am Freitag, dem 13.? Kein Problem. Die Flugformationen der Stare halten mich nicht ab, einen beruflichen Auftrag anzunehmen, und wildfremde Schornsteinfeger zu berühren (um damit Vorteile für sich abzuleiten), ist meine Sache nicht.

Übertrieben? Zwanghaft? Ich kenne noch ganz andere Mitmenschen. Solche, die täglich Zeitungshoroskope verschlingen und nur bei überwiegend positiven Prophezeiungen den Tag beschwingter beginnen. Solche, die mit dem seit mindestens zehn Jahren ungewaschenen T-Shirt Heimspiele ihres Fußball-Lieblingsklubs besuchen, weil das Textil durch einen grandiosen Triumph aufgeladen sei. Irgendwie. Angeblich. Und dann gibt es noch jene, die bei längeren Autofahrten immer dieselben Tankstellen anfahren müssen, um den Status inneren Friedens erreichen zu können. Umwege werden gerne in Kauf genommen. Denn: Einmal gut, immer gut.

Andererseits ertappe ich mich hin und wieder, drei Mal mit dem angewinkelten Zeigefinger auf eine Tischplatte zu klopfen, bevor ich beteuere, diesmal glücklicherweise noch nicht von der grassierenden Grippewelle erfasst worden zu sein. Und eine kleine rosarote, schon etwas abgegriffene und verschmutzte Gummisau begleitet mich immer dann, wenn ich Europa verlasse. Man benötigt in fernen Ländern ja Beistand. Danke übrigens für die treuen (und guten) Dienste!

Von anderen privaten Mythen konnte ich mich im Laufe der Zeit lösen. Ich muss nicht mehr nach jedem (!) Zusperren der Haustüre zurück in die Wohnung, um Nachschau zu halten, ob der E-Herd auch ausgeschaltet ist. Ich bin mir sicher, dass die Abfolge des von mir betretenen Kopfsteinpflasters für mein Wohlergehen unerheblich ist. Und mein Erdnuss-Chipskonsum vor olympischen Herrenabfahrten ist kein Garant für irgendeine deutsche Goldmedaille! Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens? Goethe irrte hier!

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 24. Februar 2009 um 10:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter Regionales abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 
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