14. Oktober 2008 von Klassenspiegel (22 Posts)214 mal gelesen
Wenn das einer schaffen konnte, dann Bond, James Bond. Und natürlich nicht dieses Brosnan-Weichei (der spielt jetzt ja sogar in einem Abba-Film mit!), dieser Schönling aus gutem Haus mit der Lizenz zum Schmalzabsondern. Die Leistung, von der hier gleich noch die Rede sein wird, konnte nur einer schaffen: Daniel Craig. Der Mann hat vor zwei Jahren in “Casino Royale” James Bond seine Würde zurückgegeben. Dieser Held machte aus der Karikatur eines Helden wieder einen harten Hund. Dieser Mann nimmt jede Festung ein. Und womöglich muss nun sogar die Verallgemeinerungsform des unbestimmten Artikels zum Einsatz kommen: “ein” Mann nimmt jede Festung ein.
Der Geschlechterkampf (wenn es ihn denn noch gibt) war zuletzt ja eher einseitig verlaufen: Frauen als Bossinnen, Frauen als Heldinnen, Frauen als Frauen, die sich um solche Diskussion nicht scheren, ihre Karriere, ihre Ausbildung, ihre Lieben, also ihre Leben und alles andere gleich dazu brillant im Griff und auch noch Kinder haben und deshalb weit superer sind, als der Rest ihrer Kolleginnen. Nun aber sind die Männer dran. Sie haben die “Vogue” erobert!!! Gut, das wird viele Männer nicht so betreffen, weil sie die “Vogue” gar nicht anschauen. Das ist natürlich brutaler Irrsinn und ein epochaler Fehler, weil man doch wissen sollte, was der natürlichste aller Feinde schön, stilsicher und schick findet – und dann auch haben, sprich: kaufen, will. Aber die deutsche “Vogue” hat mit Männern halt Probleme: Eine eigene Ausgabe wurde einst rasch wieder eingestellt. Da nehme man sich ein Vorbild beim “amerikanischen Mann”: Seit 2005 wird dort erfolgreich die “Men’s Vogue” vertrieben. Deshalb muss natürlich gleich eine eine Einschränkung meinerseits erfolgen. Daniel Craig, der Superbond, schaut nicht weltweit vom Cover der “Vogue”, dieser einflussreichsten aller Modezeitungen, dieser Mutter des angeblich guten Geschmacks und Brüllerin des allerletzten Schreis. Sein hartes Gesicht blickt vormutlich den Dezember lang (käuflich seit vergangenem 1. Advent) nur von der deutschen Ausgabe auf alle Männerwürstchen, denen immer nur bleibt, so sein zu wollen, wie irgendein anderer ist. Anderseits: Craig verrät uns ein so bedeutendes Geheimnis, dass seine Chefin M ihn dafür wohl und völlig zu Recht suspendieren wird: “Vor dem Frühstück bin auch ich keine Stil-Ikone.” Das ist extrem beruhigend, vor allem für alle Frauen dieser Welt.














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