3. Juli 2008 von AglaiaLechtenboerger (13 Posts)144 mal gelesen
Karrierevorteile hin und her: Ich möchte kein Mann sein. Zu langweilig. Beweise dafür sind früh gefunden. Mein Sohn ist schon glücklich, wenn nur genügend Autos um ihn herum liegen. Seine gleichaltrige Freundin ist täglich Puppenärztin, Sterne-Köchin, Filmstar, Prinzessin, Nachrichtensprecherin, Bardame und Zirkusclown. Das Rollenspektrum meines Jungen schillert gerade mal von Trecker- zu Bagger- zu Rennfahrer. Schön, manchmal malt und puzzelt er. Aber fest steht: Das Spiel mit den Identitäten hat bei Männern nicht gerade Thriller-Qualitäten.
Schwarzer Anzug, grauer Anzug, brauner Anzug; wenn er sich für ganz heiß hält, mal lange, mal kurze Koteletten. Derart aufregend gestylt, zieren ihn durch die Dekaden nach dem Stimmbruch erst ein getunter VW, dann ein 3er BMW und später ein Jaguar. Der den Durchbruch signalisiert. Und statt Malen und Puzzeln gibt’s Fußball und Kneipe. Hey! Wow! Derweil gestaltet seine Frau die Einrichtung, den Urlaub, das Portfolio, die Lebensplanung, den gesellschaftlichen Teil – ach ja, und die eigene Karriere. Allerdings bricht da eher selten irgendwer durch. Zum Jaguar, meine ich.
Frauen nutzen ihre Fähigkeiten einfach nicht effizient. Machiavelli und Business-Kostüm, so viel steht fest, bringen sie nicht an die Spitze. Zu kontrollierbar, weil durchsichtig. Dagegen ist es eine aus der Not geborene Stärke der Frau, aus dem Hintergrund Fäden zu ziehen. So hat sich im Lauf der Zeit vieles verändert, auch die Wahrnehmung in der Berufswelt. Heute verlangt die Fassade der Macht Fitness, Pflege, Kalorienverzicht. Und leise, still und heimlich bedienen sich die Frauen ureigener Wettbewerbsvorteile. Wenn der Konkurrent um die Abteilungsleitung mit Überstunden den Fleißprotz mimt, sieht er nach wenigen Wochen aus wie aus dem Müll gezogen. Sie auch. Aber dank Concealer merkt es keiner.
Frauen vertuschen einfach an anderen strategischen Stellen. Nicht, dass man mir wieder Männerfeindlichkeit anhängt: Im Gegenteil, ich plaudere hier aus dem Geheimwaffenkästchen. Hinter der Maske der Duckmäusigkeit hat Sie längst aufgerüstet – mit Hilfe einer Eigenschaft, von der Er immer dachte, gönnerhaft darüber hinweglächeln zu müssen. Strahlender Meeting-Auftritt dank Mikropigment-Makeup. Fahler Teint beim Pitching? Nicht, solange sie noch das Rouge aus der Hüft-Jeans ziehen kann. Karriereschub aus dem Kosmetiktäschchen – dagegen kommt Mann mit Wasser und Seife nicht an.














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