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8. Juni 2008 von OpenZahn (9 Posts)
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Autofahne

Dieses Mal bedarf es keines Sönke Wortmann, das Drehbuch für das Sommermärchen 2008 schreibt sich von allein. Denn immer mehr Autos sind an einer Deutschlandfahne festgeschraubt. Die Besitzer wollen damit zeigen, dass sie in der Lage sind, sperrige Gegenstände an ihrem Fahrzeug zu befestigen, sie wollen damit aber auch die deutsche Mannschaft unterstützen. Jeder zweite Bundesbürger ist nämlich davon überzeugt, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Österreich und in der Schweiz mindestens das Halbfinale erreicht. Das Lächeln und die Leichtigkeit, mit der Jürgen Klinsmann die Nation aus dem Fußballkoma geküsst hat, sind allerdings verflogen.

Wer möchte das nicht gern? Etwas Schönes, Großes, Wunderbares einfach wiederholen, sich den alten Zauber für ein paar Wochen zurückholen. Mit ihrem Offensivfußball hat die Nationalelf das Potenzial, den Titel zu gewinnen. Wer in diesen Tagen durch Dörfer und Städte fährt, der könnte glauben, jemand habe die Zeit zwei Jahre zurückgedreht. Die Fahnen sind wieder da, und das deutsche Fußballvolk scheint gewillt, die Party von damals weiterzufeiern, obwohl diesmal nur zu Gast. Für viele ist die EM längst die bessere WM, das schwerere und attraktivere Turnier ist sie allemal. „54, 74, 90 – 2006“: das war der Sommerhit. Ballack könnte diesmal derjenige sein, der den Unterschied ausmacht zwischen dem Minimalziel Halbfinale und dem Traumziel Finale. Fußball kann wie kein anderer Sport Brücken schlagen, Menschen mitreißen, auch wenn sie von Viererketten, Rauten oder Vertikalpässen keine Ahnung haben, was halten die Österreicher von der EURO? „Ach, wissen Sie, ich rechne immer noch in Schilling“…

Ich erinnere mich, dass Frauen sich plötzlich Fußballtrickots überzogen, sich die Backen schwarz-rot-gold schminkten und ständig „Ole!“ quietschten. In Österreich gibt es jetzt auch solche Fähnchen, in Rot-Weiß-Rot. Aber der Automobilverband warnt davor. Wer Flagge zeigt, ist nämlich kein Patriot, sondern Klimakiller. Der Luftwiderstand verursache einen höheren Spritverbrauch, 0,5 Liter auf 100 Kilometer.

Soll das das Bild unseres Landes sein? Aerodynamisch und unbeflaggt? Wie gesagt – dieser nationale Rausch ist mir heute sehr unangenehm… Jener Weltmeisterschaft, die das Deutschlandbild vor zwei Jahren weltweit so positiv verändert hat. Der Stolz auf das Auftreten dieser Mannschaft ist geblieben. Schön, dass sich niemand von polnischen Boulevardmachern provozieren ließ. Fairplay bedeutet in diesen Tagen übrigens auch, den beiden Ausrichterländern Österreich und Schweiz die Begeisterung des deutschen Sommermärchens nicht ständig vorzuhalten. Europa ist im Juni zu Gast bei zwei Ski-Nationen- das sollten wir nicht vergessen.

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 8. Juni 2008 um 14:18 Uhr veröffentlicht und wurde unter Sport abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 

Poldi trifft für Jogi und nicht für Leo – oder die schmerzvolle Pflicht des Stürmers, Tore erzielen zu müssen… Das Bild der EM steht für mich bereits fest. Es ist die fast leidvolle Geste, mit der sich Lukas Podolski, ausgerechnet gegen sein Geburtsland zu treffen.

Doch leider, das ist nun einmal seine Pflicht als Stürmer – Tore schießen. Und wie er den Ball diesen Ball von halb links nach einem missglückten Schussversuch von Klose volley im Netz versenkte! Jeder der schon einmal Fußball gespielt hat weiss, was das für ein dankbarer Ball ist und spürte förmlich, was dies ihm für einen Genuß bereitet haben muss. Doch statt grenzenloser Begeisterung – betretene Miene.

Fußball ist, wenn Männer schon weinen bevor es überhaupt losgeht. Wenn es vorbei ist, wird es richtig nass. Nie ist die EURO 2008 mehr Feuchtgebiet als am ersten Spieltag.

Erst fleißen Tränen bei denen, die gehen dürfen. Dann fließen Tränen bei den, die gehen müssen.

Neben den Tränen der Freude und der Trainer fließt ncoh Schweiß, und erst dann kommen die Feierflüssigkeiten: erst Bier, später Champagner. Aber an Tränen wird der Mensch – ob als Fremdfreuer oder Fre,dtrauernder – sich nie sattsehen können.

Das schönste Feuchtgebiet ist also der Fußball. Da kann jetzt wieder was weggeflennt werden!

hallo da draußen, haben sie das gesehen? da auf der strasse draussen, diese neue auto-frühjahrsmode?

also, eher einfache geister schmücken ihre eher unangenehmen kraftfahrzeugmodelle doch jetzt seit neuestem wieder gerne mit diesen lustigen, bunten fähnchen.

ich meine, ok, früher warens nur die rennstreifen, jetzt halt auch noch fähnchen, meinetwegen. aber der geschmack, der geschmack hat sich scheinbar doch komplett verirrt. vielleicht bin ich da ja ein bisschen sensibel, aber dieses uninspiriert dumpfe schwarz? und dieses banal derb, gemein einfallslose rot? und dann dieses gelbe? ja muss es denn immer dieses langweilige, dieses obszöne gelb sein?

ja, kann man denn da nicht auch mal ein schönes himmelblau nehmen? oder vielleicht sogar mal ein entspannendes dunkelgrün? oder überhaupt, ein bisschen flieder, pastelltöne? ich selbst finde ja generell einfarbige fähnchen schöner.

mal ein schönes, kräftiges indigo zu moderat tiefergelegtem, weissen bauerndreier. oder ein schönes medium aquamarine auf schwarzem hausfrauenjapaner? chic sag ich da nur, très chic, très hip, très sexy!!! ok, auch mit einem dezenten navajoweiß über rotem smart cabrio könnte ich mich notfalls noch anfreunden.

Ich fahre auch so ein Diplomaten-Auto mit Flagge. Und kann jetzt wahrscheinlich auch: überall falsch parekn und so schnell fahren, wie ich will :)

 
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