10. Mai 2008 von LelaAnderson (27 Posts)144 mal gelesen
Mancher Kalender weist den Ehrentag bereits für den 04. Mai aus – mit dem Hinweis, dass er wegen Pfingsten verschoben wurde. Doch keine Sorge, es bleibt alles beim Alten. Aber warum ist in meinem und vielen anderen Kalendern der 4. Mai als Muttertag angegeben? Leider ist der 11. Mai in diesem Jahr zugleich auch der Pfingstsonntag. Und an diesem kirchlichen Feiertag müssen Blumenläden eigentlich geschlossen bleiben, sagt das Ladenschlussgesetz. Angezettelt haben diese etwas andere Variante des Rosenkriegs die Floristen in gewisser Weise selbst. Wegen seines Missbrauchs durch die Nazis ist der Muttertag in Deutschland nicht gesetzlich verankert. “Ehret die Mutter” war in den Schaufenstern zu lesen, nachdem sich die deutschen Blumengeschäfte 1923 auf ein wiederkehrendes Datum geeinigt hatten. Die Nazis müssen geahnt haben, dass Mütter den Muttertag nie vergessen würden, Kinder, vor allem Söhne, aber schon. Über seine Verlegung in den nächsten Jahren entscheidet einzig der Handel. Die einen wehren sich gegen den Appell an Gefühl und Geldbeutel, die anderen kaufen, mehr oder weniger überzeugt, Blumen, Pralinen, Parfüm, decken den Kaffeetisch oder rufen wenigstens einmal die Mutter an. Wer will bestreiten, dass der Muttertag den Geschäftsleuten eine wunderbare Gelegenheit für gute Umsätze bietet? Außerdem ist schon manch anderer mit seinen Ideen zum Muttertag baden gegangen. Napoleon hatte bereits 1806 von einer Fête des Mères geschwärmt, war aber wegen seiner Feldzüge davon abgekommen und erlebte schließlich selbst einsam sein Waterloo.
“Keine Weisheit, die auf Erden gelehrt werden kann, kann das uns geben, was uns ein Wort und ein Blick der Mutter gibt.” Schöner als der Dichter Wilhelm Raabe kann man es kaum sagen. “Muttertag ohne Blumen ist wie Ostern ohne Eier.” Die Erfinderin des Muttertages selbst, die Amerikanerin Anna Jarvis, hat am meisten unter der Vermarktung ihres Gedenktages gelitten. Jahrelang prozessierte die Tochter einer vermögenden Familie aus Virginia/USA gegen etliche Unternehmen. Vergeblich. Verarmt, erblindet und verbittert starb sie 1948 in einem amerikanischen Armenhaus. Ihr Anliegen aber lebt weiter: den Müttern schon zu ihren Lebzeiten an einem besonderen Tag für all ihre Mühe und Liebe zu danken.
Danke für durchschnittlich 6666 gewechselte Windeln. Danke für 666 Liter bester Muttermilch. Danke für mindestens 16 deiner besten Jahre. Danke für die guten und die gut gemeinten Ratschläge – das sagen die meisten von uns ihren Müttern einmal im Jahr durch die Blume: noch keine Geschenkidee für den Muttertag? Die Erdbeersaison startet in diesem Jahr zum Muttertag (11. Mai). Wem Blumen zu langweilig sind, dem gefällt vielleicht die kulinarische Variante für die ganze Familie. Bei uns ist jeder Sonntag Muttertag: Entweder ruft meine Mutter mich an, oder ich komme ihr zuvor. Auch, wenn es eigentlich gar nichts Besonderes zu erzählen gibt. Egal – das abendliche Klönen hat Tradition. Viele Mütter würden auf die “Eintags-ehre” gern verzichten. Wahrscheinlich, weil sie wissen, dass sie den Frühstückstisch ab Montag wieder selbst decken müssen. Und dass dann statt eines Haufens Geschenke wieder ein Haufen Wäsche auf sie wartet…
Doch es gibt auch “kreative Kinder”, die sich bei ihren Müttern lieber in blumiger Sprache bedanken. Auf die entsprechenden Gedichte dürfen sich die Beschenkten dann den Rest des Jahres selbst einen Reim machen: Liebe Mama! Wir wären nicht gewaschen und meistens nicht gekämmt. Die Strümpfe hätten Löcher und schmutzig wär das Hemd. Wir äßen Fisch mit Honig und Blumenkohl mit Zimt, wenn du nicht täglich sorgtest, dass alles klappt und stimmt. Wir hätten nasse Füße und Zähne, schwarz wie Ruß und bis zu beiden Ohren die Haut voll Pflaumenmus. Wir könnten auch nicht schlafen, wenn du nicht noch mal kämst und uns, bevor wir träumen, in deine Arme nähmst. Und trotzdem sind wir alle auch manchmal eine Last. Was wärst du ohne Kinder? Sei froh, dass du uns hast. Ach, Mama, du bist eben doch die Beste… Ein Muster, das sich auch Jahre später noch wunderbar auf die Ehefrau, die eine Kleinigkeit für die Schwiegermutter (“Du kennst doch ihren Geschmack”) kaufen soll, übertragen lässt. Männer haben es da übrigens leichter: Vatertag ist immer an Christi Himmelfahrt, zwei Donnerstage vor Pfingsten. Und da geht es weniger um die Blume in der Vase, sondern mehr um die auf dem Bier…
Gern wird auch ein buntes Bild angefertigt – so lange, bis der schulische Kunstunterricht die bittere Erkenntnis fördert, dass eben doch nicht jeder malen kann.













Weil der liebe Gott nicht überall gleichzeitig sein kann, schuf er die Mutter. Wie sie liebt eben niemand sonst auf Erden. Der erste Schrei, der erste Blickkontakt, schon ist es geschehen ums Mutterherz; der Beginn einer nicht enden wollenden Liebe.
Wie eine Fanfare zum Tag ertönt: „Lasst Blumen sprechen!“
Das schönste Geschenk meiner Töchter: die Enkelkinder!