12. April 2008 von JoannaLanzenberger (5 Posts)201 mal gelesen
Die dümmste Frage oder auch unglücklichste Situation – je nach Sichtweise – wird gesucht. Dabei geht es um Bewerbungsgespräche und die nicht immer planbare Atmosphäre, also ein partnerschaftliches oder ein Stressgespräch. Da habe ich auch ein Beispiel….
Im Rahmen eines Assessment Centers, einer besonderen Form des betrieblichen Auswahlverfahrens anhand einer Praxis-Berufssimulation, befand ich mich in einer Gruppe von je 4 Kandidaten. Zuvor waren wir für einen weltweiten Chemiekonzern durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes mehrere Tage analytisch getestet worden. Also Fragebogen und Fremdsprachen-Kenntnisse, sowie Logiktests.
In der Endrunde wurde die Aufgabe gestellt, ein 15-Minuten langes Kurzreferat zum Thema eigener Wahl zu halten, was anschließend wiederum 15 Minuten in der Gruppe von uns 4 Kandidaten zu diskutieren war.
Gesagt getan, der erste Kandidat aus unserer Gruppe wählte das Thema „Untertassen-Schulter-Formation“. Hätte er damals gesagt, dass es sich um eine Chart-Analyse mit Deutung von Kurven-Formationen handelt, hätten wir bestimmt auch so etwas wie eine Diskussion haben können.
Aber in diesem Fall: Totenstille. Betretenes Schweigen auch in den Augen der Auswahlprüfer. So haben wir, aus kameradschaftlichen Gründen „alle in einem Boot“, probiert uns mit Allgemeinplätze zu Haushaltsgeräten und einer Frage-Antwort-Diskussion zu retten. Der Vortragende aus unser Gruppe war noch immer „gelähmt“, weil am Thema oder besser an der Ausgabenstellung total vorbei…. Die 15 Minuten waren dann auch bald vorbei, mit der Auflösung am Schluss, dass es sich um ein Bankenthema handelt. Den Kandidaten habe ich übrigens später nicht mehr beim/im Konzern gesehen. Wen wundert es.
Nun sollte ich noch verraten, was ich selbst als Vortrag wählte. Quasi, wenn jemand auch in eine solche Lage gerät: ich habe vom Vortag, der Anreise zum Assessment Center und meinen Gedanken während der Zugfahrt nach Koblenz erzählt. Dazu konnten die Anderen aus meiner Gruppe natürlich, weil ganz natürlich, auch etwas sagen. Eine lebhafte Diskussion entstand, die wohlig die Blamage des Vorgängers wettmachen konnte – in der Stimmung.
Ich bin übrigens später genommen worden. Heute werden meinem Unternehmen für spezielle Führungspositionen auch graphologische Gutachten gemacht. Davor hätte ich keine Angst, nur bei Gentests würde ich nicht mitmachen.













Na dann alles gute für dich in dem Unternehmen ;)
Hattet ihr da eine Vorbereitungszeit für den Vortrag, oder musstet ihr aus dem Stegreif einfach so 15min über irgend was erzählen?
Denn ganz ohne Vorbereitung stelle ich mir sowas sehr schwer vor. Ich wüsste gar nicht, über was ich dann reden sollte…
Mark
Hallo Mark,
schön von dir zu lesen. Auf deine Frage: nee, Vorbereitungszeit = null, das sollte wohl auch der Zweck sein. Eine Art Stress-Interview / Vortrag.
Auch so ein bisschen wie heute im Berufsleben,… gerade hat eine Lokalredakteur angerufen und gesagt: “Sie sind jetzt auf Sendung”.
Dann sind natürlich “Äh, und nein danke” tabu.
Gruss, Joanna