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27. Januar 2008 von Alltagsmenschen (34 Posts)
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Mehr als 18 Kirchen -katholisch und evangelisch – sollen in unser Region aufgeben werden. In vielen Gemeinden registrieren die Pfarrer ein stetig sinkendes Interesse am religiösen Leben. Vielfach ist der Sonntagsgottesdienst schon gestrichen, er beschränkt sich auf Dienstag und Sonnabend. Proteste bleiben aus. „Es scheint kaum jemand etwas zu vermissen“. Für viele Kirchen gibt es bereits konkrete Anfragen von orthodoxen Gemeinden, die die Bauten gern übernehmen und ihnen so das Schicksal der Entweihung und Nutzung als Restaurant ersparen könnten. Bei einigen Kirchen ist jedoch die Nutzung ungewiss – bis zum Abriss ist alles möglich.

Während 1960 in Deutschland noch 45 Prozent der Gemeindemitglieder sonntags in die Kirche gingen, waren es 2004 nur noch 16 Prozent, in der Diözese Gütersloh sogar nur noch 11,4 Prozent. Die Kirchen, die in den sechziger und siebziger Jahren gebaut wurden, sind schlichtweg übrig. „Aber wir können sie nicht mit aller Kraft stehenlassen,“ so die Pfarrämter. Zudem werden durch Gemeindefusionen einige Kirchen nicht mehr so dringend gebraucht. Statt ursprünglich 62 gibt es heute noch 43 Gemeinden, bis auf 20 soll die Zahl in OWL in den nächsten Jahren sinken. Deshalb kann in vielen Gemeinden die Bistumsleitung auf Verständnis setzen. Proteste blieben bislang aus.

Kirche im AbendlichtOb sie sich noch an die Gottesdienste zu Beginn der siebziger Jahre erinnern“, ist eine viel gestellte Frage an die älteren Menschen, um zu erklären, warum die Kirchen geschlossen werden müssen. Bei den meisten gibt es dann ein Aha-Erlebnis. Es gibt bei ihnen noch einen sehr engen Zusammenhalt. Und dann ist da ja auch noch die lange Tradition – vom Familienkreis, Pfarrgemeinderat bis zum Kommunionskurs. „Da verlieren wir den Mittelpunkt“, finden die Meisten. Und dann wollten sie sich ja auch um Behinderte kümmern, wo die Caritas im ehemaligen Pfarrhaus ein Wohnheim eingerichtet hat, ein richtiger Schwerpunkt sollte die Behindertenarbeit werden, ein Profil. Von der Streichliste des Bistums haben sie nichts gewußt. Und dann noch der Marktgottesdienst, den sie hatten einführen wollen. Da wäre eine Andacht für Besucher und Beschicker möglich – alles vorbei. Abgeschafft.

Die Zahl der Katholiken in unser Region ist auch dank Zuwanderung, vor allem aus Polen, in den vergangenen Jahrzehnten einigermaßen konstant geblieben. In die Gottesdienste kommen aber auch von ihnen immer weniger. Es ist ein Schock. Das Ende aller heimlich gehegten Hoffnungen, dass es trotz sinkender Einnahmen und Priestermangels irgendwie weitergehen könnte wie bisher. Sicher, sie hatten geahnt, das sie in Frage kommen: die Nachkriegskirchen, von denen sich die Kirchenverantwortlichen als erstes trennen. Der Rückgang von Kirchenmitgliedern und Einnahmen zwingt evangelische wie katholische Kirche zu deutlichen Einschnitten. Vielleicht könnten die Franziskaner in Rheda-Wiedenbrück noch Gebäude gebrauchen!

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Der Beitrag wurde am Sonntag, den 27. Januar 2008 um 20:36 Uhr veröffentlicht und wurde unter Regionales abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 
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