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25. Juni 2007 von CCorel (12 Posts)
256 mal gelesen

(Ø 4,25)8 Stimme(n)

He, ich hab jetzt 500 Punkte!

Wo?

Beim Geocaching!

Hä? Was´n das?

Da wo ich immer rumrenne und Dosen suche.

Dosen?

Ja, die jemand im Wald versteckt hat.

Ach, ist das die Aktion, von der deine Frau erzählt hat, du hättest sie dabei irgendwo im Urlaub vergessen?

Wenn man mit diesem Hobby anfängt und sich in den entsprechenden Internetplattforen herumtreibt, und den ein oder anderen Cacher befragt, der einem in Fleisch und Blut gegenübersteht, dann gibt es meist relativ früh einen Cache, der einem sofort ins Auge fällt. Man liest davon und denkt Och! oder Ui! oder Aha!. Die Tage und Wochen ziehen ins Land, immer wieder sieht man sich diese besondere Herausforderung an, und die Reaktionen werden allmählich auffälliger: Nein! oder Ehrlich? oder Das gibt’s doch gar nicht! Von ganz hinten, aus der letzten Ecke des eigenen Bewußtseins, einer Ecke, in der man in seiner Wohnung längst vergessene Socken finden würde oder den Impfpass aus den frühen 70ziger, genau von da schiebt sich plötzlich wieder dieser eine Cache nach vorne. Und – nicht zu vergessen – das Was: Ist es eine große Box oder eine kleine Filmdose, eine Tüte, eine Kiste, ein Haus oder nur ein Stuhlprobenröhrchen? Was ist darin? Mal ein kleiner Zettel, auf dem man dann notiert, wer man ist und wann man da war. Oder aber es liegen ganz viele kleine Schätze (Trades) zum Tauschen drin, von denen man sich einen nimmt und dafür etwas Gleichwertiges hineinlegt.

Geocaching Pfeil Das Schöne am Geocachen ist, dass man dabei an Orte gelangt, die man sonst nicht kennenlernen würde. Denn nicht selten haben irgendwelche einheimische Owner einige einheimische Sehenswürdigkeiten in einen Cache eingebaut. Hebt man einen solchen Cache ist das etwas ganz einprägsames: ein Gedenkstein, Omas Garten oder aber sogenannte Lost Places. Leider ist es nicht immer möglich, überall eine Dose zu verstecken. Zum Beispiel genau in der Mitte vom Petersplatz in Rom oder dem Marktplatz von Gütersloh. Dort wäre er nie zu heben, ohne dass man gesehen würde. Dementsprechend lautet die Aufgabe im Prinzip: Gehe zu den angegebenen Koordinaten und mache genau dieses Foto vom Gipfelkreuz. Dazu gibt es ein Beispielbild. Von einem Haus, einem Turm, einem Felsen, einer Statue, dem Westaflex Logo…. Kolumbus läßt grüßen ;)

Eine ganz spezielle Form der Schnitzeljagd, die ohne Beschreibung definitiv nicht zu finden sind, nennt man Mysteries. Wie der Name schon sagt, sind sie sehr mysteriös. Ein handelt sich um eine Cacheart, bei der die angegebenen Koordinaten – wenn überhaupt – nur grob in der Nähe des eigentlichen Caches oder der Ausgangspositon liegen. Die richtigen Daten muss man sich nämlich erst erarbeiten. Das können einfache Sachen sein, zum Beispiel ein Sodoku oder auch eine leichte Frage wie: Wann wurde Einstein geboren? Kennt man das Datum, hat man die einzusetzenden Ziffern. Dank dieser Startkoordinaten weiß man dann, wo es losgeht, und kann sich endlich aufmachen, den Cache zu suchen. Auf jedem der gängigen Cacheplattformen gibt es ein Punktesystem. Pro gefundenem Cache erhält man einen Punkt.

Wenn man eine ganze Weile Cache gesucht hat, fängt man früher oder später an, sich darüber Gedanken zu machen, auch selbst mal einen Cache zu legen. Natürlich ist das Legen viel aufwendiger als das Suchen. So wie es auch viel einfacher ist, die Zahnpasta aus der Tube herauszubekommen als sie heineinzudrücken ;) Allerdings handelt es sich beim Cachelegen um eine spannende, komplizierte und verantwortungsvolle Aufgabe. Verantwortungsvoll, weil der Owner den Cache wie bereits erwähnt hegen und pflegen muss, auf dass er gedeihe und zu einer wunderschönen Blüte auf der großen Blumenwiese des Geocachens werde. Kompliziert, weil auch nicht immer einfach ist, die Aufgaben und die Tarnung so zu gestalten, dass eine ausgewogene Mischung zwischen Herausforderung und Lösbarkeit besteht und die verschiedenen Stationen wie Zahnräder ineinandergreifen, um am Schluss die Glocke des Erfolges schlagen zu lassen. Spannend, weil man später nicht selten selbst durch den Wald tapert und sich fragt: Wo habe ich nur diese blödes Dose versteckt? Westaflex selbst hat noch nie einen Cache gelegt, weil wir uns der enormen Verantwortung bewußt sind. Außer einem Fotocache mit Aspekten „rund um Westaflex“, der aber keiner Betreuung bedarf…

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Der Beitrag wurde am Montag, den 25. Juni 2007 um 15:04 Uhr veröffentlicht und wurde unter Regionales abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 

Das von den USA zu militärischen Zwecken erfundene GPS dürfen Privatleute erst seit Mai 2000 benutzen. So finde ich es aber doch beachtlich, dass allein in Deutschland rund 35.000 Caches befinden, rund 410.000 sind es weltweit.

Im übrigen wurden Muggles noch gar nicht erwähnt. Muggles ist der Ausdruck für Unwissende, Nicht-Geocacher eben. Ein Cacher versucht nämlich unter allen Umständen nicht aufzufallen, damit kein ahnungsloser Spaziergänger den Schatz entwendet oder zerstört. Wenn man übrigens eine Sache aus dem Cache herausnimmt, muss man stets eine andere hineinlegen.

PS: Die derzeit gängigen Kfz-Navigationsgeräte bieten in der Regel keine Funktion für die direkte Eingabe von Koordinaten, wie es für das Geocaching erforderlich ist.

Gruß, Dreßler

 
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