6. Juli 2008 von Ph.D.Haisha (15 Posts)37 mal gelesen
Irgendwann reicht es. Wenn du fünfmal am Tag gefragt wirst, wie die Luft da oben ist, dann nervt das. Inzwischen habe ich die treffende Antwort parat: “Es stinkt nach Zwergen.” Dann ist Ruhe – augenzwinkernd. Ich bin 44 Jahre und messe 2,03 Meter.
Früher wollte ich über zwei Meter werden, weil man dann angeblich nicht zur Bundeswehr muss. Aber sie haben mich trotzdem genommen. Von den älteren Schülern wurde ich stets “Riesenbaby” genannt.
Ich war schon immer der Größte. Das fällt auf. Als ich während des Marokko-Urlaubs auf einen Marktplatz kam, sind die Leute zusammengeströmt “wie im Mittelalter”. Ich gesteht: “Ich hab so Angst gehabt.” Zum Glück unnötigerweise. Das Erste, was ich nach dem Kauf meines Autos machen ließ, waren längere Schienen für den Sitz. Auch sonst macht sich meine Sondergröße bemerkbar: durch zu niedrige Arbeitsflächen, die Kreuzschmerzen verursachen; durch freie Sicht in Kino und Konzerten, was manchmal Ärger verursacht bei denen, die hinter ihm sitzen; oder durch höhere Kleidungskosten. Ich gehe einmal im Jahr vor Weihnachten ins Spezialgeschäft zum Hosenkauf. Zwar ist die Kleidungssituation für große Leute mittlerweile besser geworden, aber schwierig bleibt es trotzdem.
Auch auf sozialem Gebiet: “Die Menschen gehen anders auf einen zu, mit ein bisschen mehr Respekt.” Ob zu Recht oder nicht, “sei dahingestellt”. Im Alltag allerdings sieht es anders aus. Zwar hat sich die Industrie ein bisschen auf große Größen eingestellt. Mein Bett ist allerdings ebenfalls eine Spezialanfertigung. Ich mag es nicht, wenn meine Beine drüberhängen. Es ist halt teuer, groß zu sein. Niedrige Spiegel, zu kleine Hotelbetten, quälende Enge in Flugzeugen: Ich kann davon ein Lied singen…
Ich verspüre ein “Nord-Süd-Gefälle”. Demnach sind für mich die Menschen in Skandinavien größer als am Mittelmeer, die Norddeutschen etwas länger als die Bayern. Doch Deutschland wird aus meiner Sicht generell größer.
Trotzdem finde ich es “sehr schön, groß zu sein”. In der Schule durfte ich immer hinten sitzen, beim Sport war ich immer ganz vorne. Und wenn mich jemand im Rockkonzert gefragt hat: Wer is¿n der Gitarrist? Dann habe ich ihm gesagt: Schau halt hin.
Übrigens: “Wie ist die Luft da oben?” rangiert bei mir immer noch unter “Blöde Fragen” auf Platz zwei nach “Wie groß bist Du?”













Ich bin w und auch 1,82m und habe damit gar keine Probleme. Ich trage auch hohe Schuhe. Warum auch nicht? Mein Partner ist 10 cm kleiner – die Größe spielt keine Rolle. Kleidung bekommt man mittlerweile auch in Bielefeld sehr gut. Nur mit den Schuhen ist es sehr schwierig. Hier geht es mit Gr 42 nur in Düsseldorf, die hiesigen Schuhgeschäfte sind der Meinung, in dieser Größe möchte man nur Schuhe, die bereits vor Jahren aus der Mode kamen.
Ja diese Schuhe müssen auch mal weg!